Die Produktdatenspezifikation von Google
Google Merchant Center nimmt Produktdaten als RSS 2.0 mit dem Namensraum http://base.google.com/ns/1.0, als Atom 1.0 oder als tabulatorgetrennte Textdatei mit Kopfzeile entgegen. Die Spezifikation unterscheidet Pflichtattribute, die für jedes Produkt gelten (id, title, description, link, image_link, price, availability), bedingte Pflichtattribute (gtin, brand, mpn für Produkte mit Hersteller-Kennzeichnung; condition, wenn nicht neu; Varianten bei Kleidung) und optionale Attribute für Versand, Steuern, Kategorien und Kampagnen. Werte sind strikt typisiert: price als Zahl mit Punkt plus Währungscode, availability aus vier festen Werten, condition aus drei. Ein Artikel mit einem falschen Pflichtwert wird abgelehnt, der Rest des Feeds bleibt gültig; so sammeln sich still Hunderte unsichtbarer Artikel.
GTIN und warum die Prüfziffer zählt
Die Global Trade Item Number ist die weltweit eindeutige Artikelnummer der GS1; in Europa ist sie als EAN-13 auf fast jedem Produkt. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer nach dem Modulo-10-Verfahren mit den Gewichten 3 und 1. Google gleicht die GTIN mit dem Produktkatalog ab: Eine ungültige Prüfziffer bedeutet Ablehnung, eine gültige, aber fremde GTIN kann zur Sperrung des Kontos wegen falscher Angaben führen. Händler ohne Hersteller-GTIN setzen identifier_exists auf no, statt Nummern zu erfinden.
Rechtslage
Preisangaben in Feeds unterliegen der Preisangabenverordnung: Der im Feed übermittelte Preis muss der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer sein und mit der Zielseite übereinstimmen (§ 3 PAngV). Bei Grundpreispflicht (Lebensmittel, Kosmetik, Reinigungsmittel) sind unit_pricing_measure und unit_pricing_base_measure zu übermitteln. Seit dem 28.05.2022 gilt nach § 11 PAngV bei Preisermäßigungen die Pflicht zur Angabe des niedrigsten Preises der letzten 30 Tage; sale_price ohne diese Angabe auf der Zielseite ist ein Wettbewerbsverstoß. Für Lieferzeiten gilt § 312d BGB mit Art. 246a EGBGB: Was der Feed als Verfügbarkeit meldet, muss der Shop halten.
Typische Fehler
- Deutsches Zahlenformat: 12,99 statt 12.99 EUR. Der ganze Feed wird gelesen, aber jeder Preis abgelehnt.
- Verfügbarkeit in Worten: „sofort lieferbar“ statt in_stock. Der Wert kommt aus der Warenwirtschaft, nicht aus der Spezifikation.
- Bildpfad relativ oder gesperrt: /media/bild.jpg ohne Domain, oder der Bildserver blockt den Google-Crawler per robots.txt.
- GTIN mit Leerzeichen oder als Zahl: Tabellenkalkulation macht aus 4012345678901 die Zahl 4,01235E+12.
- Doppelte IDs: Varianten teilen sich die Artikelnummer; Google sieht denselben Artikel mehrfach und behält den letzten.
- Titel mit Werbung: „TOP-ANGEBOT!!!“ im Titel verstößt gegen die redaktionellen Richtlinien und führt zur Ablehnung.
Was eine saubere Lösung ausmacht
Der Feed wird aus der führenden Datenquelle erzeugt, nicht aus einem Export von Hand: Warenwirtschaft oder Shop liefern Artikel, Preis, Bestand, GTIN und Bilder; eine Abbildungsregel je Zielplattform übersetzt die Felder in das Format von Google, idealo oder Amazon. Vor jeder Übermittlung läuft dieselbe Prüfung wie hier automatisch, mit vollständiger Bildprüfung, Abgleich von Preis und Verfügbarkeit gegen die Zielseite und einer Klärungsliste für alles, was abgelehnt würde. Der Feed wird unter einer festen Adresse bereitgestellt, Google holt ihn planmäßig ab, und die Ablehnungsquote im Merchant Center wird als Kennzahl überwacht. Wie wir Feeds und Bestände dauerhaft überwachen, steht unter https://netzhandwerker.de/anzeige/formatwache.
Quellen: Google Merchant Center Hilfe, Produktdatenspezifikation (Stand Oktober 2026); GS1 General Specifications, Prüfzifferberechnung; PAngV § 3 und § 11 in der Fassung vom 28.05.2022; § 312d BGB.
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