LatticeFlow: KI-Modelle prüfen und KI-Risiken steuern
Wer KI im Unternehmen einsetzt, muss zunehmend nachweisen, dass Modelle zuverlässig, sicher und regelkonform arbeiten. LatticeFlow aus Zürich hat sich genau darauf spezialisiert: Die Plattform prüft KI-Modelle und KI-Agenten technisch und übersetzt die Ergebnisse in Risiko- und Compliance-Berichte. Dieser Beitrag zeigt, was dahintersteckt und für wen das Angebot gedacht ist.
Prüfung, Bewertung und Governance von KI-Modellen und KI-Agenten
Spin-off der ETH Zürich; übernahm im Januar 2026 die Plattform AI Sonar
- LandSchweiz
- SitzZürich
- Gegründet2020
- Schnittstellenein, Zugang nur über die Firma
Was LatticeFlow macht
LatticeFlow wurde 2020 von Forschern der ETH Zürich gegründet, darunter Petar Tsankov (CEO) und Pavol Bielik (CTO). Ursprünglich ging es um die Qualität von Trainingsdaten und die Robustheit klassischer KI-Modelle. Heute steht die Steuerung von KI-Risiken im Mittelpunkt, ausdrücklich auch für KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben ausführen.
Der Ansatz: Statt Richtlinien nur auf Papier zu führen, übersetzt LatticeFlow Regelwerke in konkrete, wiederholbare technische Tests. Ein Modell wird also tatsächlich geprüft, etwa auf Fehlerraten, Verzerrungen oder Angriffsflächen, und das Ergebnis wird einer Anforderung aus einem Regelwerk zugeordnet.
Im Januar 2026 übernahm LatticeFlow die Plattform AI Sonar, mit der Unternehmen herausfinden, welche KI-Systeme bei ihnen überhaupt im Einsatz sind. Im März 2026 folgte eine Partnerschaft mit SAP, im September 2026 ein betreuter Dienst zur laufenden Risikokontrolle.
Die Plattform im Überblick
Die Plattform besteht laut Website aus mehreren Modulen, die aufeinander aufbauen:
- Discover. Findet KI-Systeme im Unternehmen, auch solche, die Fachabteilungen selbst eingeführt haben.
- Atlas. Öffentliches Verzeichnis von Regelwerken, die mit fertigen Prüfungen verknüpft sind, darunter EU AI Act, FINMA-Vorgaben und die OWASP-Listen für LLMs und Agenten.
- Evaluate. Wiederholbare Bewertungen und Red-Teaming von Modellen und Agenten.
- Secure. Sicherheitsprüfungen speziell für agentische KI.
- Govern. Risikobewertung, Kontrollstatus und Abgleich mit bestehenden GRC-Systemen.
- AI Risk Center. Betreuter Dienst, bei dem LatticeFlow die laufende Kontrolle übernimmt.
Für wen das Angebot gedacht ist
Die Zielgruppe sind Organisationen mit vielen KI-Anwendungen und strengen Aufsichtsanforderungen: Banken, Versicherer, Energieversorger und Behörden. Als Referenzen nennt LatticeFlow unter anderem den Schweizer Energiekonzern Axpo. Gartner führt das Unternehmen in seinem ersten Magic Quadrant für AI-Governance-Plattformen 2026.
Für kleinere Betriebe ist die Plattform eher überdimensioniert. Wer dort ein oder zwei KI-Werkzeuge einführt, braucht vor allem klare Regeln zum Datenschutz und eine saubere Dokumentation. Dabei helfen Beiträge wie KI und Datenschutz oder ein Sicherheits-Audit der eigenen Systeme.
Einordnung
LatticeFlow richtet sich an Konzerne und regulierte Branchen, die viele KI-Systeme gleichzeitig überwachen und gegenüber Aufsichtsbehörden belegen müssen. Für Betriebe mit wenigen KI-Anwendungen ist der Aufwand in der Regel zu hoch.
Eine fertige Schnittstelle, die wir für Betriebe anbinden könnten, bietet die Firma derzeit nicht öffentlich an. Wenn Sie in diesem Bereich eine eigene Lösung brauchen, bauen wir sie als Software nach Maß.
Quellen
- LatticeFlow AI, Website und Plattform
- LatticeFlow AI, News
- Greater Zurich Area, Series-A-Finanzierung 2022
- LatticeFlow AI, Dokumentation
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.