Das FREILANDWERK war für uns nie nur ein Ort der Produktion. Es war ein leidenschaftlicher Gegenentwurf zu einer Welt, in der Lebensmittel zu bloßer Industrieware geworden sind. Wenn wir heute auf diese Zeit zurückblicken, tun wir das mit dem Wissen, dass jede Stunde im Dreck und jeder Tropfen Schweiß einen tieferen Sinn hatten.
Ein Radieschen aus dem Supermarkt ist oft auf maximale Transportfähigkeit und ein makelloses Äußeres gezüchtet. Was dabei verloren geht, ist die Seele: der Geschmack. Wir haben es getan, um zu zeigen, wie eine Möhre schmeckt, die die Sonne wirklich gesehen hat und in einem lebendigen Boden statt in Substrat aufgewachsen ist. Wir wollten Gemüse ernten, das nicht nur satt macht, sondern den Körper mit echter Vitalität nährt – etwas, das industrielle Logistikketten niemals leisten können.
Während die moderne Landwirtschaft Böden oft nur noch als Haltesystem für Kunstdünger nutzt, war unser Antrieb der Humusaufbau. Wir haben im Market Gardening ohne schwere Maschinen gearbeitet, um das filigrane Netzwerk unter unseren Füßen zu schützen. Warum? Weil wir fest davon überzeugt waren, dass nur aus einem gesunden Boden ein gesundes Lebensmittel entstehen kann. Nachhaltigkeit war für uns kein Modewort, sondern das tägliche Versprechen, die Erde besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.
Im Supermarkt regiert die Norm. Wir aber haben die krumme Gurke, die alte Tomatensorte und die vergessenen Kräuter gefeiert. Über 120 Kulturen waren unser Protest gegen die Eintönigkeit auf den Tellern. Wir wollten zeigen, dass Regionalität und Bio-Vielfalt keine Träumerei sind, sondern eine handfeste, köstliche Realität.
Das Projekt FREILANDWERK ist nun abgeschlossen, aber die Überzeugung bleibt: Wahre Qualität lässt sich nicht industriell fertigen. Sie braucht Zeit, Handarbeit und eine tiefe Verbundenheit zur Natur. Diese Seite bewahrt dieses Wissen und die Geschichten aus einer Zeit, in der wir bewiesen haben, dass es anders geht.
Es war uns eine Ehre, den Boden zu bereiten.